Samstag, November 10, 2007

Eine Reise ins ......

Glück oder Verderben? Eine gute Möglichkeit, mit Ungläubigen ins Gespräch zu kommen ist die Frage, wann das Gegenüber das letzte Mal in den Ferien war. Darauf folgt eine weitere Frage, nämlich, wie sich die Person auf diese Reise vorbereitet hat. Dann fragt man, ob sich die Person in gleicher Weise auf die letzte grosse Reise schon vorbereitet hat. Und schon ist man beim wichtigsten aller Gesprächsthemen. Jeder von uns wird diese Reise antreten müssen. Jeder von uns wird sterben müssen. Von 100 Menschen sterben 100. Danach kommt das Gericht.
Und dann können wir über den Massstab des Gerichtes reden. Das Gesetz des heiligen, reinen und gerechten Gottes. Jetzt können wir das harte Herz mit dem Pflug des Gesetzes aufbrechen und tiefe Furchen ziehen. Nicht zu schnell. Und wenn der Acker gepflügt ist, folgt der Samen des Evangeliums der freien Gnade Gottes. Eigentlich ganz einfach .....

Freitag, November 09, 2007

Gesetz und/oder Gnade?

Es werden immer wieder neue Methoden gesucht, wie man die Menschen mit dem Evangelium erreichen kann. Neulich nahm ich an einem Workshop von Pastoren teil. Die Frage war, wie können wir die Bedürfnisse der scheinbar Satten stillen. Die Leute haben alles. Wie können wir ihnen sagen, dass ihnen noch EINS fehlt?
Nun, ich warf ein, vielleicht müssten wir das ganze einfach umdrehen. Wir sagen ihnen, was Gott von ihnen erwartet, was er für Ansprüche an die Menschen hat. Und dann erkennen sie ihre wahren Bedürfnisse. Dann werden sie erkennen, dass sie NICHTS haben und ALLES brauchen, um vor Gott bestehen zu können.
Was dann geschah, versetzte mich in Erstaunen. Praktisch nur Widerspruch. Und zwar ernsthaft. Vor allem von drei ehemaligen Missionaren!!! Es fielen Begriffe wie: Mittelalter, römisch-katholisch, Höllenpredigten, Luthers veraltete Probleme. Whitefield und Wesleys Zeiten seien vorbei!

Huch .... was habe ich falsch gemacht? War ich in ein Wespennest getreten?

Ich persönlich glaube je länger desto mehr, dass der Evangelikalismus in einem Sumpf des Subjektivismus versinken wird, wenn nicht Gott selber eine Erweckung schenkt. Und zwar eine Erweckung unter eingeschlafenen Warmduschpastoren und GemeindeleiterInnen!!!

Donnerstag, August 23, 2007

Ausgewogen?


Nach langem habe ich mal wieder Arthur Pinks "Souveränität Gottes" vom Büchergestell genommen. Bereits in der Einleitung trafen mich die Worte Pinks, und regten mich an, meine Verkündigung der vergangenen Monate zu überdenken.

"Nahezu jeder lehrmässige Irrtum ist eigentlich verdrehte Wahrheit, falsch geteilte Wahrheit, übertrieben verfochtene und gelehrte Wahrheit. Das hübscheste Gesicht auf Erden, mit den anmutigsten Zügen, würde schnell hässlich und unansehnlich werden, wenn ein Organ unaufhörlich wüchse, während die anderen unterentwickelt blieben. Schönheit ist in erster Linie eine Frage der Proportion. So ist es auch mit dem Wort Gottes: seine Schönheit und Seligkeit treten am besten hervor, wenn seine mannigfache Weisheit in ihren wahren Proportionen dargestellt wird. Das ist der Punkt, an dem so viele in der Vergangenheit versagt haben. Eine einzelne Linie der Wahrheit Gottes hat diesen oder jenen Menschen dermassen beeindruckt, dass
er sich so sehr darauf konzentrierte, dass dabei nahezu alles andere in Vergessenheit geriet. Irgendein Teil des Wortes Gottes wurde zur „Lieblings-Lehre“ erhoben, und dies wurde oft zum unterscheidenden Merkmal einer Gruppierung. Doch es ist die Pflicht jedes Dieners Gottes, „den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen“ (Apg 20,27).
Es ist wohl wahr, dass in unserer verderbten Zeit, in der überall der Mensch erhöht wird und „Superman“ zu einem geläufigen Wort geworden ist, eine echte Notwendigkeit besteht, die wunderbare Tatsache der Herrschaft Gottes besonders hervorzuheben. Umso mehr, wo diese ausdrücklich geleugnet wird. Doch selbst hier ist viel Weisheit nötig, damit unser Eifer nicht „mit Unverstand“ sei. Die Worte „Speise zur rechten Zeit“ sollten dem Knecht Gottes immer vor Augen sein. Was die eine Gemeinde dringend braucht, mag für ein andere gerade nicht so nötig sein. Ist jemand in den Predigtdienst einer Gemeinde berufen, wo seine Vorgänger Arminianer waren, dann sollte die vernachlässigte Wahrheit von Gottes Souveränität dargelegt werden – wenn auch mit Vorsicht und Bedacht, damit nicht zuviel „feste Speise“ an „kleine Kinder“ ausgeteilt werde. Das Vorbild Christi in Johannes 16,12: „Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertagen“, muss vor Augen bleiben. Wenn ich andererseits berufen bin, den Dienst in einer calvinistisch geprägten Gemeinde anzutreten, mag es gewinnbringend sein, die Wahrheit von der menschlichen Verantwortung (in ihren vielen Aspekten) zu behandeln. Der Prediger muss nicht das liefern, was die Leute am liebsten hören wollen, sondern was sie am dringendsten brauchen, jene Seiten der Wahrheit, mit denen sie am wenigsten vertraut sind oder die sie am wenigsten in ihrem Wandel sichtbar werden lassen.
Wenn ein Prediger das, was ich soeben empfohlen habe, praktiziert, setzt er sich dem Vorwurf aus, wetterwendisch zu sein. Doch was tut’s, solange er die Zustimmung seines Meisters hat? Er ist nicht berufen, sich selbst treu zu sein, noch
irgendwelchen von Menschen festgelegten Regeln; seine Pflicht ist es, der Heiligen Schrift treu zu sein. Und in der Schrift wird jeder Aspekt oder Wahrheit von einem anderen Aspekt der Wahrheit ausgewogen. Alles hat zwei Seiten, selbst das Wesen Gottes, denn Er ist „Licht“ (1Joh 1,5) und „Liebe“ (1Joh 4,8), und deshalb sind wir aufgefordert, „die Güte und den Ernst Gottes“ zu sehen (Röm 11,22). Wenn wir nur immer über das eine, und niemals über das andere predigen, schaffen wir ein Zerrbild des göttlichen Charakters."

Wo war ich in der Vergangenheit einseitig? Welche "Lieblingswahrheit" mussten die Geschwister über zu lange Zeit ertragen? Schwierig zu sagen, aber dennoch ein etwas intensiveres Nachdenken wert. Und vor allem: Was brauchen meine Geschwister vom Herrn her? Was will der Herr der Gemeinde sagen?


Dienstag, August 14, 2007

Jesus liebt mich - bedingungslos?

In der vergangenen Woche habe ich öfters im 14. und 15. Kapitel des Johannes-Evangeliums gelesen. Dabei ist mir aufgefallen, dass Jesus seine Liebe zu uns durchaus von Bedingungen abhängig macht. Schlagworte wie "Jesus liebt dich bedingungslos", "Jesus liebt dich so wie du bist", kommen sofort in den Sinn. Was sagt Jesus wirklich? "Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren" (Joh 14, 21). Jesus dreht hier alles auf den Kopf: "Zuerst halte meine Gebote, dann wird der Vater dich lieben und dann werde ich dich lieben und mich dir offenbaren". In Kapitel 15 fordert er seine Jünger auf, in seiner Liebe zu bleiben. Wir fragen, wie können wir denn in der Liebe, die Jesus für seine Jünger hat, bleiben? Vers 10 gibt uns Antwort: "Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin." Damit wir uns nicht falsch verstehen. Die Liebe Jesu zu seinen Erwählten ist eine Liebe, die er schon vor der Grundlegung der Welt zu ihnen hatte. Diese Liebe ist tatsächlich bedingungslos. Keiner der Erwählten hat diese Liebe empfangen, weil er ihrer würdig gewesen wäre oder sie sich durch gute Werke verdient hätte. Trotzdem liebt Jesus seine Erwählten nicht einfach uneingeschränkt, egal wie sie sich benehmen und verhalten. Jesu Liebe ist keine sentimentale Liebe, die keiner Fliege was zu Leide tun kann. Er freut sich nicht über uns, wenn wir seine Gebote nicht halten. Er freut sich nicht über uns, wenn wir ihn belügen. Da kann er auch schon mal jemanden tot umfallen lassen (Apg 5). Er freut sich nicht über uns, wenn wir Angst vortäuschen, die in Wirklichkeit Faulheit ist. Seine Liebe zu uns nötigt ihn manchmal, uns seine Liebe zu entziehen, wenn man das so sagen darf. Er wird zornig über seine Jünger. Er "schimpft" mit ihnen. Er beschämt sie. Er entzieht ihnen das Bewusstsein seiner Liebe. Das alles natürlich aus Liebe. Das Bewusstsein seiner Liebe ist also in gewissem Sinne vom Halten der Gebote abhängig. So gesehen könnte man einem Christen, der nicht sicher ist, ob Jesus ihn wirklich noch liebt, fragen, "liebst du Jesus indem du seine Gebote tust? Dann liebt er dich".

Mittwoch, Juni 20, 2007

"Modern" und "altmodisch



Wir sind immer Kinder unserer Zeit. Weil sich unsere Gottesdienste aber um Gott drehen, sind wir nicht darum bemüht, uns möglichst nach dem Geschmack einer bestimmten Zielgruppe zu richten. Wir sind überzeugt, dass die Einheit der Gemeinde dann am besten zum Ausdruck kommt, wenn Jung und Alt zusammen Gottesdienst feiern. Wir ermutigen die Jugendlichen nicht weniger als die Erwachsenen, sich in der Gemeinde und im Gottesdienst entsprechend ihrer Gaben einzusetzen. Wir verschliessen uns auch nicht grundsätzlich gegen Neues. Darum sind wir manchmal "modern" und manchmal "altmodisch". Unsere erste Frage ist jedoch stets, macht diese Form eine wahre Aussage über Gott, macht dieses Lied, eine wahre und verständliche Aussage über Gott und seine Beziehung zu uns? Darum steht eine Kanzel und kein Bistrotisch in unserer Kapelle und darum steht neben dem Klavier auch ein Schlagzeug.

Dienstag, Juni 19, 2007

Besucherfreundlich


Dem Apostel Paulus war es nicht unwichtig, welchen Eindruck die Gottesdienste der ersten Christen bei den Heiden hinterliessen (1.Kor 14,23ff). Darum bemühen auch wir uns, verständlich zu reden, nachvollziehbar zu handeln und uns so zu benehmen, dass wir Nichtchristen nicht vor den Kopf stossen. Doch nach unserem biblischen Verständnis ist der Gottesdienst eine von Gott einberufene Versammlung seines Bundesvolkes. Die Frage, "für wen ist der Gottesdienst? ("Zielpublikum")" beantworten wir darum so: "Für Gottes Volk". Dieses Verständnis prägt die Inhalte und in gewisser Weise auch die Form unserer Gottesdienste. Weil Gott gegenwärtig ist, sein Charakter im Zentrum steht, er in unser Leben redet und auch sein Bundesvolk jede Woche das Evangelium nötig hat, ermutigen wir einander, Nichtchristen in unsere Gottesdienste einzuladen. Regelmässige evangelistische Predigten gehören deshalb zu unserem Sonntagsgottesdienst.

Samstag, Juni 16, 2007

Gemeinschaftlich und beteiligend


Wir verstehen den Gottesdienst als Anlass, an dem sich die Gemeinde aktiv beteiligt. Im Rahmen unseres Gottesdienstes gibt es darum Raum für persönliche Zeugnisse, Schriftworte und weitere Wortbeiträge.
Die Lieder und die Gebete bringen wir mit innerer Beteiligung zum Ausdruck. Weil wir auch den Gottesdienst unter dem Aspekt der "Gemeinschaft der Heiligen" verstehen, verwenden wir Bekenntnistexte und Psalmen, die wir gemeinsam sprechen. Denn diese verbinden uns mit Christen aus vergangenen Jahrhunderten. Wir freuen uns an der geschwisterlichen Gemeinschaft aller Generationen, drücken diese Einheit durch wöchentliches Abendmahl aus, stärken und ermutigen einander auch nach dem Gottesdienst beim gemütlichen Zusammensein und geniessen regelmässige gemeinsame Mittagessen.

Donnerstag, Juni 14, 2007

Ehrfürchtig und formell


Gott ist der Heilige Israels, der Herr der Heerscharen, der dreieinige Gott, der allmächtige, souveräne König, der allen Menschen seine erstaunliche Gnade anbietet und diejenigen begnadigt, die sich ihm mit ihrem ganzen Leben zuwenden. Er wohnt in einem Licht, zu dem kein Mensch Zugang hat. Gott wirbt mit seiner unbegreiflichen Liebe um uns todeswürdige Sünder, die wir alle seinen gerechten Zorn verdient hätten. Seine "Augen" sind wie Feuerflammen. Es ist furchtbar, als Sünder in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Einst wird er wiederkommen, um alle Menschen zum grossen Gericht zu versammeln. Selbst manche seiner Kinder werden nur "wie durchs Feuer hindurch" gerettet werden. Zugleich hat er seine Geliebten mit Liebe und Gnade überschüttet.
Wir glauben, dass eine solche Sicht von Gott am besten durch einen Gottesdienst unterstützt wird, der geprägt ist von aufrichtiger Teilnahme, tiefer Dankbarkeit, Schlichtheit, Ernsthaftigkeit, Fröhlichkeit, durchdachter Ordnung und Freude.

Mittwoch, Juni 13, 2007

Evangelisch und reformiert


Der reformierte Heidelberger Katechismus und die vier "Solas" der Reformation bilden die inhaltliche Richtlinie und die Grundlage unsere Gottesdienste: Wir werden von Gott allein aus Gnade vor seinem göttlichen Gericht frei gesprochen (Sola Gratia). Allein das Erlösungswerk von Jesus Christus ist die Grundlage unserer Rettung aus der ewigen Verdammnis (Solus Christus). Allein der Glaube an Jesus Christus rettet uns davor (Sola Fide). Diese Wahrheit lernen wir allein im unfehlbaren und irrtumslosen Wort Gottes, der Bibel, kennen (Sola Scriptura). Darum sind unsere Gottesdienste geprägt von der rechten Verkündigung des Gesetzes und der Gnade Gottes in Jesus Christus.

Dienstag, Juni 12, 2007

Von GOTTES BUND geprägt


Gott hat seine Treue und seine Liebe zu uns durch einen Bund bewiesen. Wie der Ehebund ein ewiger Bund ist, so ist auch Gottes Bund ewig. Doch wie sich Mann und Frau innerhalb des an sich intakten Ehebundes voneinander distanzieren können, so steht auch Gottes Bundesvolk in der Gefahr, sich von seinem Gott zu distanzieren. Der Gottesdienst ist deshalb die Zeit der Bundeserneuerung: Gott bekundet erneut seine Herrschaft über und seine Liebe zu uns; wir, sein Volk, prüfen unseren Lebenswandel in seiner Gegenwart und im Licht seiner Bundesbestimmungen, lassen die Liebe zu Gott durch den Zuspruch seiner Gnade neu entfachen und geniessen die Zeit mit ihm. Diese gemeinsame Zeit der Bundeserneuerung wirkt sich unter anderem auch in der wöchentlichen Feier des Abendmahls aus.

Donnerstag, Juni 07, 2007

Mit GOTT im Gespräch


Mit Gott im Gespräch

Es ist unerlässlich und zugleich hilfreich, den Gottesdienst als Zwiegespräch zwischen Gott und seinem Volk zu begreifen. Gott ruft uns zusammen und spricht zu uns durch sein Wort in der Schriftlesung, durch Wortbeiträge, durch Zeugnisse, durch die Predigt und nicht zuletzt durch die Taufe und das Abendmahl in unsere gemeindliche und persönlichen Lebenssituationen hinein. Wir antworten auf sein Reden in unseren Liedern, Gebeten und Zeugnissen. Das verbindende "Element" ist der Heilige Geist. Er ist es, der durch die verschiedenen Mittel zu uns als Gemeinde und Einzelnen redet und er ist es, der uns befähigt, Gott in rechter Weise zu antworten.

Mittwoch, Juni 06, 2007

GOTT im Mittelpunkt

Also, hier mal die erste Erklärung. Ach, übrigens, für nicht Eingeweihte, die "ECG-Zürich Ost" gibt es nicht (mindestens nicht unter diesem Namen) ...

Gott im Mittelpunkt
In unseren Gottesdiensten soll sich alles um Gott drehen. Im Mittelpunkt steht Gott und nicht unsere Freude, unsere Not, unsere Gefühle, unsere Bedürfnisse oder unser Geschmack. Diese Dinge haben selbstverständlich auch ihren Platz. Doch am Sonntag kommen wir in erster Linie zusammen, um Gott gemeinsam anzubeten, ihn zu feiern, auf ihn zu hören, seinen Charakter und sein Erlösungswerk zu bestaunen. Gott ist der "Hauptdarsteller", um den sich alles dreht.
Dies wird gerade in den beiden einzigen verordneten bildlichen Darstellungen des Evangeliums, der Taufe und dem Abendmahl, deutlich. Beide Male steht Gott und sein Erlösungswerk im Zentrum. In der Taufe ist es Gottes Heilshandeln in der Abwaschung der Sünden und der Vereinigung mit Christus, im Abendmahl ist es der stellvertretende Tod Jesu, der uns ewiges Leben spendet.

Dienstag, Juni 05, 2007

Neues Design


Hallo Freunde

Von Zeit zu Zeit muss man sich mal wieder ein neues Disain verpassen. Sonst wird man ja langweilig. Also habe ich mir dieses von Texaco gesponsorte Kleid ausgesucht. Und das natürlich völlig bewusst. Denn 1.) Texaco = Öl. Und Öl ist gleichbedeutend mit Salbung. Das ist also eine gesalbte, salbungsvolle Blogdings. 2.) Texaco = Texas = Lone Star. Lone Star erinnert an "Einsamer Stern in dunkler Nacht". Was das mit diesem Blog zu tun hat, müsst ihr selber herausfinden. (Das machen alle guten Texter so. Ehrlich. Sie tun immer zweideutig reden und dann können die Leser immer noch ein bisschen selber interpretieren. Das ist natürlich recht schlau. Weil, na ja, denk mal nach. Wenn ich Klartext reden würde, dann fände das die Hälfte vielleicht nicht so gut. Wenn ich aber nur Andeutungen mache, dann können das beide Hälften für sich interpretieren. Aber bitte nicht weitersagen).

Wie wir Gottesdienst .....

Ach, habe fast vergessen, das wahre Akronym unseres Gottesdienst-Verständnisses zu nennen. Hier ist es also:

GMVEEGBM.

Stark oder? Da ist uns doch ein ganz toller Wurf gelungen! Ich kann schon fühlen, wie es die Leute total anspricht und sie nicht umhin können, unser Gottesdienste zu besuchen!
Wow!

Wie wir Gottesdienst verstehen


In den vergangenen Jahren wurden in der evangelikalen Welt traditionelle Gottesdienstformen zum Teil radikal in Frage gestellt. Und das ist nicht nur schlecht. Denn radikale Fragestellungen können auch Chancen sein, sich zu fragen, warum tun wir eigentlich, was wir tun - und: War das wirklich biblisch was wir bisher taten?
Die Presbyter der ECG Zürich-Ost haben sich deshalb zusammengesetzt und sich gefragt; Wozu feiern wir Gottesdienst? Was geschieht im Gottesdienst? Für wen ist der Gottesdienst?
In den folgenden Blogs werde ich 8 (dummerweise nicht 7 oder 9, sondern nur 8) Kennzeichen auflisten und erklären, die unserer Ansicht nach einen vom Evangelium geprägten Gottesdienst ausmachen. Sie können unter dem Akronym ACH MARTA zusammengefasst werden:


  • Attraktive Leute

  • Cooles Design

  • Heisser Sound

  • Multi-Media

  • Air-Con

  • Relevanz

  • Transzendent

  • Androgyn

Spass beiseite. Das war NICHT das Ergebnis. Mehr beim nächsten Blog!


Donnerstag, Januar 18, 2007

Die prachtvolle Vorführung


Von Jay Adams ist man es gewohnt, praktische, klare und erfrischende, aber keineswegs oberflächliche Bücher zu lesen (auf engl. gibt es davon über siebzig). Ich habe mich schon einige Male über seine nie erzwungene Originalität auch bei bekannten Themen gefreut. Auch dieser Titel - der vor allem Römer 9, 22-23 behandelt - enthält einige wirklich gute Gedanken zum Thema. In knappen 110 Seiten (mit grosser Schrift) kommt Adams kühn, zielstrebig und ohne Umschweife auf den Punkt.
Da der Autor natürlich aus der Sicht des Seelsorgers schreibt (nicht in erster Linie FÜR Seelsorger), ist dieses Büchlein keine ausführliche dogmatische Abhandlung für Fachleute, sondern eher für das Gespräch mit arminianischen Ratsuchenden und Skeptikern.
Ein Büchlein also, dass sich sehr gut eignet, um "Neueinsteigern" das Thema der Erwählung und Verwerfung zu erklären, bzw. ihnen Gottes Charakter zu offenbaren. Ein Kapitel, das sich an Noch-Nicht-Christen richtet, zeigt Adams als leidenschaftlichen Evangelisten. Auch hier gibt es von ihm zu lernen.
Leider gibt es diesen Titel nicht auf deutsch. Aber Adams schreibt in einfachem Englisch.

Donnerstag, Januar 11, 2007

Brennen oder verrotten?



Ein etwas unappettitlicher Titel. Doch es geht in diesem Beitrag um dieses Thema. Man könnte es auch anders formulieren. Kremation oder Erdbestattung? Vor einiger Zeit las ich in einem amerikanischen Periodical einen Artikel zum Thema. Dieser Artikel war von einem konservativen Theologen verfasst. Sein Fazit war, es spielt keine Rolle, ob man eine Leiche kremiert oder erdbestattet. Das ist eine reine Gewissensfrage, die Schrift schweigt dazu.
Einige Zeit später hörte ich einen Vortrag eines ebenfalls reformierten Theologen, der die gleiche Aussage machte.
Bisher war ich immer der Meinung, dass die Erdbestattung aus biblischen Gründen einer Kremation vorzuziehen ist. Und zwar nicht weil die Kremation ausdrücklich verboten wäre in der Bibel (was tatsächlich nicht der Fall ist), aber weil alle Gläubigen des AT und NT ihre Toten vergraben hatten und weil damit auch die Hoffnung der Auferstehung aus den Toten verbunden war (ich denke hier an Abrahams Frau, Abraham selber, Jakob, Joseph, denen es offensichtlich ein Anliegen war, wo und wie sie begraben wurden).
Auch das kirchengeschichtliche Zeugnis spricht sich dagegen aus. Selbst wenn nur wenige Überreste von Christen, die verbrannt, oder in den Arenen den Löwen zum Frass vorgeworfen wurden, zu finden waren, ihre Glaubensgeschwister vergruben sie stets (zu lesen z.B. in der Kirchengeschichte des Eusebius).
Dazu kommt, dass die Kremation in Europa eine bewusste antichristliche Einrichtung der Freidenker im 19. Jahrhundert war. Was zwar bei den meisten Leuten heute in der Regel keine Rolle mehr spielt. Gibt es weitere Argumente aus der Schrift, die für oder gegen eine Kremation sprechen?

Mittwoch, Dezember 20, 2006

Johannes Calvin und das begrenzte Sühnopfer

Als ich vor der Aufnahme am theologischen Seminar im Büro des damaligen Studienleiters sass, wurden mir einige ernste Fragen gestellt, die meine theologische Position betrafen. Eine Frage auf dem Anmeldeformular, das ich zuvor gewissenhaft ausgefüllt hatte, hiess; Vertreten Sie theologische Überzeugungen, die nicht von der ganzen evangelischen Christenheit geteilt werden? Nun, weil ich ja nichts verschweigen wollte, gab ich damals freundlich zur Antwort: TULIP.
Tja, und so sass ich einige Zeit später also in diesem Büro und liess mir sagen, dass das begrenzte Sühnopfer keine Lehre Calvins war, sondern erst eine Sonderlehre späterer reformierter Theologen.
Jahrelang trieb mich die Frage um, wie wohl Calvin über diese Sache dachte. Dachte er tatsächlich, dass Christus für alle Menschen gestorben ist, oder dass Gott mit seinem Tod nur beabsichtigte die Erwählten zu erlösen? Dann - rund 10 Jahre später - stiess ich in einem Calvin-Kommentar zu 1. Johannes 2, 2 auf die deutlichen Worte Calvins:

"..... They who seek to avoid this absurdity, have said that Christ suffered sufficiently for the whole world, but efficiently only for the elect. This solution has commonly prevailed in the schools. Though then i allow that what has been said is true, yet i deny that it is suitable to this passage."

Mit anderen Worten sagt Calvin, dass er die Lehre, dass Christus effektiv nur für die Erwählten gestorben ist, für richtig hält, aber sie nicht auf diesen Vers beziehen will. Mitnichten ist dies also eine Sonderlehre reformierter Orthodoxie, sondern geht auf Calvin selbst (und natürlich noch viel weiter) zurück.

Dienstag, Dezember 19, 2006

Dr. Luther und das Verloren gehen der Erwählten

Beim Lesen der Einleitung von Dr. Martin Luthers "unfreiem Willen" wurde ich an einigen Stellen überrascht. Hätte man mir einige Zitate vor die Nase gehalten ohne zu sagen von wem sie stammen, hätte ich auf Calvin getippt oder auf einen der späteren reformierten Theologen. Dass Luther ein so radikaler Calvinist war (isse eine Schärzo), hätte ich nicht gedacht. Hier möchte ich ihn nun selber zu Wort kommen lassen. Martin Luther behandelt in diesem Abschnitt die Frage, warum denn Gott seine Kirche so lange im Irrtum gelassen habe. Diese Frage war eine Kritik Erasmus an Luthers Lehre vom Unfreien Willen. Luther antwortet im Laufe seiner Ausführungen folgendermassen:

Trotzdem ist es nicht ausgeschlossen, dass einige Menschen, die Gott auserwählt hat, ihr ganzes Leben hindurch irren. Es ist ausgeschlossen nur, dass einer von ihnen nicht noch vor seinem Tode zur Wahrheit zurückkehrt (sic) ist, denn es muss sich die Verheissung Christi erfüllen, dass niemand die aus seiner Hand reissen wird, die ihm gehören (Joh 10,28). Hier fragt es sich nun, ob die auch wirklich zur Kirche gehören, die du (Erasmus) dazu zählst.

Es wird wohl nicht das letzte Mal sein, dass ich Luther in meinem Blog zitieren werde.

Mittwoch, November 22, 2006

Wir sollten darüber nicht streiten ...

Und Isaak grub die Wasserbrunnen wieder auf, die sie in den Tagen seines Vaters Abraham gegraben und die die Philister nach Abrahams Tod verstopft hatten; und er gab ihnen dieselben Namen wie die Namen, die ihnen sein Vater gegeben hatte. (Gen. 26, 18).

Was ich nicht weiss ....
Kürzlich wurden in einer Umfrage 1026 Leute befragt, was nach dem Tod geschieht. Ein Viertel aller Befragten antworteten mit Unwissenheit oder Interesselosigkeit. Ein weiterer Viertel rechnete mit einer Auslöschung der Existenz. Die restlichen zwei Viertel rechneten irgendwie mit einem weiterleben. Niemand rechnete damit, dass es ungemütlich werden könnte nach dem Tod. Das ging mindestens aus den Umfrageresultaten nicht hervor.
Ein Ort der Qualen, ein Ort des Bewusstseins im unerlösten, schuldbewussten, rebellischen Zustand der endgültigen Gottesferne, scheint nicht so recht in unsere Zeit zu passen. Wir haben Mühe damit. Wir schieben Gottes Liebe vor, von der ja die Bibel auch redet, wir wagen es sogar, Gottes Gerechtigkeit als Argument GEGEN einen solchen Ort vorzubringen. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass Jesus Christus von einem solchen Ort redet. Und dass es Gott ist, der diesen Ort zu einem ganz bestimmten Zweck geschaffen hat. Doch mir geht es in diesem kurzen Artikel nicht darum, irgend jemandem die Hölle heiss zu machen. Es geht mir um Grundsätzlicheres.

"Die Bibel sagt nicht viel darüber ...."
Im Zusammenhang mit dieser Umfrage wurde auch ein (d)eformierter Pfarrer interviewt. Da stiess ich auf diese Aussage, die ich immer öfters auch in evangelikalen Gremien zu hören bekomme (zu anderen Themen), ja, die ich selbst schon gebraucht habe: "Die Bibel sagt nicht viel darüber".
Als ob die Tatsache, dass die Bibel "nicht viel" zu einem Thema sagt, das wenige, das sie zu einem bestimmten Thema sagt, entkräften würde, als ob man das wenige deshalb grosszügig überhören dürfte. Wenn die Bibel nicht viel sagt, dann können wir das bisschen, was sie sagt, beruhigt auf die Seite legen, denn es hat kein Gewicht. Oder?

"Wie meinst du das?"
Nehmen wir ein unverfängliches Beispiel: Gott ist ein Gott der Freude. Er ist in sich vollkommen glücklich. Eine glücklichere Person im ganzen Universum als Gott gibt es nicht. Woher wissen wir das? Nun, wir könnten diese Frage auf philosophische Weise beantworten. Wir wissen es, weil wenn es nicht so wäre, Gott nicht Gott wäre. Wäre er nicht vollkommen glücklich, würde es ihm an etwas mangeln, was er seinen Geschöpfen als seinen Ebenbildern ebenfalls in begrenztem Masse gegeben hat. Wäre er nicht vollkommen glücklich, wäre er unvollkommen glücklich und darum nicht Gott.
Gibt es aber einen Schriftbeweis, dass Gott vollkommen glücklich ist? Wir finden nur zwei explizite Hinweise. Einer davon steht in 1.Tim 1,11, der andere in 1.Tim 6,15. Beide Male schreibt Paulus vom glücklichen Gott! Bedeutet das geringe Vorkommen also, dass Gott nicht glücklich ist? Oder bedeutet es, dass nur weil sich viele Menschen (eingeschlossen viele Christen) Gott nicht als glücklichen Gott vorstellen können, er es tatsächlich nicht ist? Keineswegs.
An nur zwei Stellen wird etwas ganz zentrales über Gottes Wesen gesagt. Beinahe unbemerkt lesen wir oft an solchen Aussagen vorbei, weil wir das altertümliche Wort "selig" nicht verstehen, oder in unserer Trägheit kaum darüber Gedanken machen. Oder weil uns moderne Übertragungen wichtige Aussagen vorenthalten bzw. einseitig interpretieren.

Vorsicht: Schlagseite
Wir müssen uns also vor den Schlagseiten beider Seiten in Acht nehmen. Wortstatistiken können hilfreich sein, um uns vor dieser Gefahr zu bewahren. Aber sie sind nicht das Mass aller Dinge. Hüten wir uns davor, Aussagen unseres Herrn oder seiner Apostel gering zu achten, oder die Prinzipien, die dahinter stehen, für nicht mehr zeitgemäss zu erklären, nur weil die Bibel "nicht viel darüber sagt".

Im Alltag heisst das....
Wenn sich unsere Gesellschaft weiter entwickelt wie bisher, dann werden wir immer mehr versucht sein, die Schrift abzuschwächen, gerade dort, wo sie "nicht viel" sagt, um der breiten Masse zu gefallen. Wir werden immer mehr versucht werden, klare Aussagen für unklar zu erklären. Wir werden versucht sein, klare Aussagen der Schrift für nicht so gemeint, für zeitbedingt zu erklären, um Anschuldigungen der Diskriminierung anders Denkender aus dem Weg zu gehen. Wir werden versucht sein, apostolische Aussagen wie "ich erlaube nicht", in ein "es ist gestattet" oder gar ein "ich ermutige euch dazu" umzuwandeln.
Man wird uns sagen, wir dürften alles glauben, solange wir es für uns behalten. Und zwar werden diese Stimmen nicht nur aus der "Welt" kommen, sondern auch aus der Gemeinde Christi.

Die göttliche Vollbremse
Vielleicht aber entwickelt sich unsere Gesellschaft nicht weiter wie bisher, sondern der Herr schenkt einmal mehr eine göttliche Vollbremse wie zur Zeit Martin Luthers! Wer hätte gedacht, dass in einer Zeit religiöser und weltlicher Verderbnis, Gleichgültigkeit und Unmoral auf einmal das göttliche ABS-System (Allein die Schrift, allein Christus, allein die Gnade, allein der Glaube) die tödliche Talfahrt aufhält? Wohl am wenigsten ein unbedeutender, deutscher Augustiner-Mönch der in seiner Klosterzelle mit der Erkenntnis seiner abgrundtiefen Verdorbenheit, mit der Heiligkeit Gottes und der Frage der Erwählung zu kämpfen hatte.

Hoffnung statt Resignation
Wir leben in der Endzeit! Es war nie so schlimm wie heute! Es ist fünf vor Zwölf! Die ganze Welt spielt verrückt! Mag sein, mag aber auch nicht sein. Doch ist unser Gott deswegen kleiner geworden? Ist er deswegen weiter weg als zur Zeit des Paulus, der gesteinigt wurde, weil er eine "neue Religion" in der okkulten Hochburg Ephesus einführen wollte, die für die alte Religosität gefährlich werden konnte? Nein. Jesus Christus ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit. Endzeit hin oder her. Doch wir haben nur eine Grundlage, eine Erkenntnisquelle, eine Waffe. Und die sollten wir in all ihren Teilen und Aussagen im Leben und im Glauben ernst nehmen und uns davor hüten, lässig mit ihr umzugehen. Allein die Schrift war die Grundlage der Reformation und aller weiterer geistlicher Aufbrüche in allen Jahrhunderten. Eine Abkehr von diesem Grundsatz, oder eine Aufweichung dieses Grundsatzes wird unweigerlich Folgen haben auf den geistlichen Zustand der Kirche Jesu der nächsten Generationen. Darum, lasst uns mit viel Demut, Jesusliebe und Liebe zu unseren Nächsten daran festhalten, dass allein die Schrift der Massstab unseres Glaubens und Lebens ist. Auch dort, wo sie "nicht viel" sagt. Der Herr ist treu.