Freitag, November 09, 2007
Gesetz und/oder Gnade?
Nun, ich warf ein, vielleicht müssten wir das ganze einfach umdrehen. Wir sagen ihnen, was Gott von ihnen erwartet, was er für Ansprüche an die Menschen hat. Und dann erkennen sie ihre wahren Bedürfnisse. Dann werden sie erkennen, dass sie NICHTS haben und ALLES brauchen, um vor Gott bestehen zu können.
Was dann geschah, versetzte mich in Erstaunen. Praktisch nur Widerspruch. Und zwar ernsthaft. Vor allem von drei ehemaligen Missionaren!!! Es fielen Begriffe wie: Mittelalter, römisch-katholisch, Höllenpredigten, Luthers veraltete Probleme. Whitefield und Wesleys Zeiten seien vorbei!
Huch .... was habe ich falsch gemacht? War ich in ein Wespennest getreten?
Ich persönlich glaube je länger desto mehr, dass der Evangelikalismus in einem Sumpf des Subjektivismus versinken wird, wenn nicht Gott selber eine Erweckung schenkt. Und zwar eine Erweckung unter eingeschlafenen Warmduschpastoren und GemeindeleiterInnen!!!
Donnerstag, August 23, 2007
Ausgewogen?

"Nahezu jeder lehrmässige Irrtum ist eigentlich verdrehte Wahrheit, falsch geteilte Wahrheit, übertrieben verfochtene und gelehrte Wahrheit. Das hübscheste Gesicht auf Erden, mit den anmutigsten Zügen, würde schnell hässlich und unansehnlich werden, wenn ein Organ unaufhörlich wüchse, während die anderen unterentwickelt blieben. Schönheit ist in erster Linie eine Frage der Proportion. So ist es auch mit dem Wort Gottes: seine Schönheit und Seligkeit treten am besten hervor, wenn seine mannigfache Weisheit in ihren wahren Proportionen dargestellt wird. Das ist der Punkt, an dem so viele in der Vergangenheit versagt haben. Eine einzelne Linie der Wahrheit Gottes hat diesen oder jenen Menschen dermassen beeindruckt, dass
er sich so sehr darauf konzentrierte, dass dabei nahezu alles andere in Vergessenheit geriet. Irgendein Teil des Wortes Gottes wurde zur „Lieblings-Lehre“ erhoben, und dies wurde oft zum unterscheidenden Merkmal einer Gruppierung. Doch es ist die Pflicht jedes Dieners Gottes, „den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen“ (Apg 20,27).
Es ist wohl wahr, dass in unserer verderbten Zeit, in der überall der Mensch erhöht wird und „Superman“ zu einem geläufigen Wort geworden ist, eine echte Notwendigkeit besteht, die wunderbare Tatsache der Herrschaft Gottes besonders hervorzuheben. Umso mehr, wo diese ausdrücklich geleugnet wird. Doch selbst hier ist viel Weisheit nötig, damit unser Eifer nicht „mit Unverstand“ sei. Die Worte „Speise zur rechten Zeit“ sollten dem Knecht Gottes immer vor Augen sein. Was die eine Gemeinde dringend braucht, mag für ein andere gerade nicht so nötig sein. Ist jemand in den Predigtdienst einer Gemeinde berufen, wo seine Vorgänger Arminianer waren, dann sollte die vernachlässigte Wahrheit von Gottes Souveränität dargelegt werden – wenn auch mit Vorsicht und Bedacht, damit nicht zuviel „feste Speise“ an „kleine Kinder“ ausgeteilt werde. Das Vorbild Christi in Johannes 16,12: „Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertagen“, muss vor Augen bleiben. Wenn ich andererseits berufen bin, den Dienst in einer calvinistisch geprägten Gemeinde anzutreten, mag es gewinnbringend sein, die Wahrheit von der menschlichen Verantwortung (in ihren vielen Aspekten) zu behandeln. Der Prediger muss nicht das liefern, was die Leute am liebsten hören wollen, sondern was sie am dringendsten brauchen, jene Seiten der Wahrheit, mit denen sie am wenigsten vertraut sind oder die sie am wenigsten in ihrem Wandel sichtbar werden lassen.
Wenn ein Prediger das, was ich soeben empfohlen habe, praktiziert, setzt er sich dem Vorwurf aus, wetterwendisch zu sein. Doch was tut’s, solange er die Zustimmung seines Meisters hat? Er ist nicht berufen, sich selbst treu zu sein, noch
irgendwelchen von Menschen festgelegten Regeln; seine Pflicht ist es, der Heiligen Schrift treu zu sein. Und in der Schrift wird jeder Aspekt oder Wahrheit von einem anderen Aspekt der Wahrheit ausgewogen. Alles hat zwei Seiten, selbst das Wesen Gottes, denn Er ist „Licht“ (1Joh 1,5) und „Liebe“ (1Joh 4,8), und deshalb sind wir aufgefordert, „die Güte und den Ernst Gottes“ zu sehen (Röm 11,22). Wenn wir nur immer über das eine, und niemals über das andere predigen, schaffen wir ein Zerrbild des göttlichen Charakters."
Wo war ich in der Vergangenheit einseitig? Welche "Lieblingswahrheit" mussten die Geschwister über zu lange Zeit ertragen? Schwierig zu sagen, aber dennoch ein etwas intensiveres Nachdenken wert. Und vor allem: Was brauchen meine Geschwister vom Herrn her? Was will der Herr der Gemeinde sagen?
Dienstag, August 14, 2007
Jesus liebt mich - bedingungslos?
Mittwoch, Juni 20, 2007
"Modern" und "altmodisch


Dienstag, Juni 19, 2007
Besucherfreundlich

Samstag, Juni 16, 2007
Gemeinschaftlich und beteiligend

Die Lieder und die Gebete bringen wir mit innerer Beteiligung zum Ausdruck. Weil wir auch den Gottesdienst unter dem Aspekt der "Gemeinschaft der Heiligen" verstehen, verwenden wir Bekenntnistexte und Psalmen, die wir gemeinsam sprechen. Denn diese verbinden uns mit Christen aus vergangenen Jahrhunderten. Wir freuen uns an der geschwisterlichen Gemeinschaft aller Generationen, drücken diese Einheit durch wöchentliches Abendmahl aus, stärken und ermutigen einander auch nach dem Gottesdienst beim gemütlichen Zusammensein und geniessen regelmässige gemeinsame Mittagessen.
Donnerstag, Juni 14, 2007
Ehrfürchtig und formell

Wir glauben, dass eine solche Sicht von Gott am besten durch einen Gottesdienst unterstützt wird, der geprägt ist von aufrichtiger Teilnahme, tiefer Dankbarkeit, Schlichtheit, Ernsthaftigkeit, Fröhlichkeit, durchdachter Ordnung und Freude.
Mittwoch, Juni 13, 2007
Evangelisch und reformiert

Dienstag, Juni 12, 2007
Von GOTTES BUND geprägt

Donnerstag, Juni 07, 2007
Mit GOTT im Gespräch

Mittwoch, Juni 06, 2007
GOTT im Mittelpunkt
Also, hier mal die erste Erklärung. Ach, übrigens, für nicht Eingeweihte, die "ECG-Zürich Ost" gibt es nicht (mindestens nicht unter diesem Namen) ...In unseren Gottesdiensten soll sich alles um Gott drehen. Im Mittelpunkt steht Gott und nicht unsere Freude, unsere Not, unsere Gefühle, unsere Bedürfnisse oder unser Geschmack. Diese Dinge haben selbstverständlich auch ihren Platz. Doch am Sonntag kommen wir in erster Linie zusammen, um Gott gemeinsam anzubeten, ihn zu feiern, auf ihn zu hören, seinen Charakter und sein Erlösungswerk zu bestaunen. Gott ist der "Hauptdarsteller", um den sich alles dreht.
Dienstag, Juni 05, 2007
Neues Design

Von Zeit zu Zeit muss man sich mal wieder ein neues Disain verpassen. Sonst wird man ja langweilig. Also habe ich mir dieses von Texaco gesponsorte Kleid ausgesucht. Und das natürlich völlig bewusst. Denn 1.) Texaco = Öl. Und Öl ist gleichbedeutend mit Salbung. Das ist also eine gesalbte, salbungsvolle Blogdings. 2.) Texaco = Texas = Lone Star. Lone Star erinnert an "Einsamer Stern in dunkler Nacht". Was das mit diesem Blog zu tun hat, müsst ihr selber herausfinden. (Das machen alle guten Texter so. Ehrlich. Sie tun immer zweideutig reden und dann können die Leser immer noch ein bisschen selber interpretieren. Das ist natürlich recht schlau. Weil, na ja, denk mal nach. Wenn ich Klartext reden würde, dann fände das die Hälfte vielleicht nicht so gut. Wenn ich aber nur Andeutungen mache, dann können das beide Hälften für sich interpretieren. Aber bitte nicht weitersagen).
Wie wir Gottesdienst .....
GMVEEGBM.
Stark oder? Da ist uns doch ein ganz toller Wurf gelungen! Ich kann schon fühlen, wie es die Leute total anspricht und sie nicht umhin können, unser Gottesdienste zu besuchen!
Wow!
Wie wir Gottesdienst verstehen

Die Presbyter der ECG Zürich-Ost haben sich deshalb zusammengesetzt und sich gefragt; Wozu feiern wir Gottesdienst? Was geschieht im Gottesdienst? Für wen ist der Gottesdienst?
In den folgenden Blogs werde ich 8 (dummerweise nicht 7 oder 9, sondern nur 8) Kennzeichen auflisten und erklären, die unserer Ansicht nach einen vom Evangelium geprägten Gottesdienst ausmachen. Sie können unter dem Akronym ACH MARTA zusammengefasst werden:
- Attraktive Leute
- Cooles Design
- Heisser Sound
- Multi-Media
- Air-Con
- Relevanz
- Transzendent
- Androgyn
Spass beiseite. Das war NICHT das Ergebnis. Mehr beim nächsten Blog!
Donnerstag, Januar 18, 2007
Die prachtvolle Vorführung

Von Jay Adams ist man es gewohnt, praktische, klare und erfrischende, aber keineswegs oberflächliche Bücher zu lesen (auf engl. gibt es davon über siebzig). Ich habe mich schon einige Male über seine nie erzwungene Originalität auch bei bekannten Themen gefreut. Auch dieser Titel - der vor allem Römer 9, 22-23 behandelt - enthält einige wirklich gute Gedanken zum Thema. In knappen 110 Seiten (mit grosser Schrift) kommt Adams kühn, zielstrebig und ohne Umschweife auf den Punkt.
Da der Autor natürlich aus der Sicht des Seelsorgers schreibt (nicht in erster Linie FÜR Seelsorger), ist dieses Büchlein keine ausführliche dogmatische Abhandlung für Fachleute, sondern eher für das Gespräch mit arminianischen Ratsuchenden und Skeptikern.
Ein Büchlein also, dass sich sehr gut eignet, um "Neueinsteigern" das Thema der Erwählung und Verwerfung zu erklären, bzw. ihnen Gottes Charakter zu offenbaren. Ein Kapitel, das sich an Noch-Nicht-Christen richtet, zeigt Adams als leidenschaftlichen Evangelisten. Auch hier gibt es von ihm zu lernen.
Leider gibt es diesen Titel nicht auf deutsch. Aber Adams schreibt in einfachem Englisch.
Donnerstag, Januar 11, 2007
Brennen oder verrotten?


Ein etwas unappettitlicher Titel. Doch es geht in diesem Beitrag um dieses Thema. Man könnte es auch anders formulieren. Kremation oder Erdbestattung? Vor einiger Zeit las ich in einem amerikanischen Periodical einen Artikel zum Thema. Dieser Artikel war von einem konservativen Theologen verfasst. Sein Fazit war, es spielt keine Rolle, ob man eine Leiche kremiert oder erdbestattet. Das ist eine reine Gewissensfrage, die Schrift schweigt dazu.
Einige Zeit später hörte ich einen Vortrag eines ebenfalls reformierten Theologen, der die gleiche Aussage machte.
Bisher war ich immer der Meinung, dass die Erdbestattung aus biblischen Gründen einer Kremation vorzuziehen ist. Und zwar nicht weil die Kremation ausdrücklich verboten wäre in der Bibel (was tatsächlich nicht der Fall ist), aber weil alle Gläubigen des AT und NT ihre Toten vergraben hatten und weil damit auch die Hoffnung der Auferstehung aus den Toten verbunden war (ich denke hier an Abrahams Frau, Abraham selber, Jakob, Joseph, denen es offensichtlich ein Anliegen war, wo und wie sie begraben wurden).
Auch das kirchengeschichtliche Zeugnis spricht sich dagegen aus. Selbst wenn nur wenige Überreste von Christen, die verbrannt, oder in den Arenen den Löwen zum Frass vorgeworfen wurden, zu finden waren, ihre Glaubensgeschwister vergruben sie stets (zu lesen z.B. in der Kirchengeschichte des Eusebius).
Dazu kommt, dass die Kremation in Europa eine bewusste antichristliche Einrichtung der Freidenker im 19. Jahrhundert war. Was zwar bei den meisten Leuten heute in der Regel keine Rolle mehr spielt. Gibt es weitere Argumente aus der Schrift, die für oder gegen eine Kremation sprechen?
Mittwoch, Dezember 20, 2006
Johannes Calvin und das begrenzte Sühnopfer
Tja, und so sass ich einige Zeit später also in diesem Büro und liess mir sagen, dass das begrenzte Sühnopfer keine Lehre Calvins war, sondern erst eine Sonderlehre späterer reformierter Theologen.
Jahrelang trieb mich die Frage um, wie wohl Calvin über diese Sache dachte. Dachte er tatsächlich, dass Christus für alle Menschen gestorben ist, oder dass Gott mit seinem Tod nur beabsichtigte die Erwählten zu erlösen? Dann - rund 10 Jahre später - stiess ich in einem Calvin-Kommentar zu 1. Johannes 2, 2 auf die deutlichen Worte Calvins:
"..... They who seek to avoid this absurdity, have said that Christ suffered sufficiently for the whole world, but efficiently only for the elect. This solution has commonly prevailed in the schools. Though then i allow that what has been said is true, yet i deny that it is suitable to this passage."
Mit anderen Worten sagt Calvin, dass er die Lehre, dass Christus effektiv nur für die Erwählten gestorben ist, für richtig hält, aber sie nicht auf diesen Vers beziehen will. Mitnichten ist dies also eine Sonderlehre reformierter Orthodoxie, sondern geht auf Calvin selbst (und natürlich noch viel weiter) zurück.
Dienstag, Dezember 19, 2006
Dr. Luther und das Verloren gehen der Erwählten
Beim Lesen der Einleitung von Dr. Martin Luthers "unfreiem Willen" wurde ich an einigen Stellen überrascht. Hätte man mir einige Zitate vor die Nase gehalten ohne zu sagen von wem sie stammen, hätte ich auf Calvin getippt oder auf einen der späteren reformierten Theologen. Dass Luther ein so radikaler Calvinist war (isse eine Schärzo), hätte ich nicht gedacht. Hier möchte ich ihn nun selber zu Wort kommen lassen. Martin Luther behandelt in diesem Abschnitt die Frage, warum denn Gott seine Kirche so lange im Irrtum gelassen habe. Diese Frage war eine Kritik Erasmus an Luthers Lehre vom Unfreien Willen. Luther antwortet im Laufe seiner Ausführungen folgendermassen:
Trotzdem ist es nicht ausgeschlossen, dass einige Menschen, die Gott auserwählt hat, ihr ganzes Leben hindurch irren. Es ist ausgeschlossen nur, dass einer von ihnen nicht noch vor seinem Tode zur Wahrheit zurückkehrt (sic) ist, denn es muss sich die Verheissung Christi erfüllen, dass niemand die aus seiner Hand reissen wird, die ihm gehören (Joh 10,28). Hier fragt es sich nun, ob die auch wirklich zur Kirche gehören, die du (Erasmus) dazu zählst.Es wird wohl nicht das letzte Mal sein, dass ich Luther in meinem Blog zitieren werde.
Mittwoch, November 22, 2006
Wir sollten darüber nicht streiten ...
Was ich nicht weiss ....
Kürzlich wurden in einer Umfrage 1026 Leute befragt, was nach dem Tod geschieht. Ein Viertel aller Befragten antworteten mit Unwissenheit oder Interesselosigkeit. Ein weiterer Viertel rechnete mit einer Auslöschung der Existenz. Die restlichen zwei Viertel rechneten irgendwie mit einem weiterleben. Niemand rechnete damit, dass es ungemütlich werden könnte nach dem Tod. Das ging mindestens aus den Umfrageresultaten nicht hervor.
Ein Ort der Qualen, ein Ort des Bewusstseins im unerlösten, schuldbewussten, rebellischen Zustand der endgültigen Gottesferne, scheint nicht so recht in unsere Zeit zu passen. Wir haben Mühe damit. Wir schieben Gottes Liebe vor, von der ja die Bibel auch redet, wir wagen es sogar, Gottes Gerechtigkeit als Argument GEGEN einen solchen Ort vorzubringen. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass Jesus Christus von einem solchen Ort redet. Und dass es Gott ist, der diesen Ort zu einem ganz bestimmten Zweck geschaffen hat. Doch mir geht es in diesem kurzen Artikel nicht darum, irgend jemandem die Hölle heiss zu machen. Es geht mir um Grundsätzlicheres.
"Die Bibel sagt nicht viel darüber ...."
Im Zusammenhang mit dieser Umfrage wurde auch ein (d)eformierter Pfarrer interviewt. Da stiess ich auf diese Aussage, die ich immer öfters auch in evangelikalen Gremien zu hören bekomme (zu anderen Themen), ja, die ich selbst schon gebraucht habe: "Die Bibel sagt nicht viel darüber".
Als ob die Tatsache, dass die Bibel "nicht viel" zu einem Thema sagt, das wenige, das sie zu einem bestimmten Thema sagt, entkräften würde, als ob man das wenige deshalb grosszügig überhören dürfte. Wenn die Bibel nicht viel sagt, dann können wir das bisschen, was sie sagt, beruhigt auf die Seite legen, denn es hat kein Gewicht. Oder?
"Wie meinst du das?"
Nehmen wir ein unverfängliches Beispiel: Gott ist ein Gott der Freude. Er ist in sich vollkommen glücklich. Eine glücklichere Person im ganzen Universum als Gott gibt es nicht. Woher wissen wir das? Nun, wir könnten diese Frage auf philosophische Weise beantworten. Wir wissen es, weil wenn es nicht so wäre, Gott nicht Gott wäre. Wäre er nicht vollkommen glücklich, würde es ihm an etwas mangeln, was er seinen Geschöpfen als seinen Ebenbildern ebenfalls in begrenztem Masse gegeben hat. Wäre er nicht vollkommen glücklich, wäre er unvollkommen glücklich und darum nicht Gott.
Gibt es aber einen Schriftbeweis, dass Gott vollkommen glücklich ist? Wir finden nur zwei explizite Hinweise. Einer davon steht in 1.Tim 1,11, der andere in 1.Tim 6,15. Beide Male schreibt Paulus vom glücklichen Gott! Bedeutet das geringe Vorkommen also, dass Gott nicht glücklich ist? Oder bedeutet es, dass nur weil sich viele Menschen (eingeschlossen viele Christen) Gott nicht als glücklichen Gott vorstellen können, er es tatsächlich nicht ist? Keineswegs.
An nur zwei Stellen wird etwas ganz zentrales über Gottes Wesen gesagt. Beinahe unbemerkt lesen wir oft an solchen Aussagen vorbei, weil wir das altertümliche Wort "selig" nicht verstehen, oder in unserer Trägheit kaum darüber Gedanken machen. Oder weil uns moderne Übertragungen wichtige Aussagen vorenthalten bzw. einseitig interpretieren.
Vorsicht: Schlagseite
Wir müssen uns also vor den Schlagseiten beider Seiten in Acht nehmen. Wortstatistiken können hilfreich sein, um uns vor dieser Gefahr zu bewahren. Aber sie sind nicht das Mass aller Dinge. Hüten wir uns davor, Aussagen unseres Herrn oder seiner Apostel gering zu achten, oder die Prinzipien, die dahinter stehen, für nicht mehr zeitgemäss zu erklären, nur weil die Bibel "nicht viel darüber sagt".
Im Alltag heisst das....
Wenn sich unsere Gesellschaft weiter entwickelt wie bisher, dann werden wir immer mehr versucht sein, die Schrift abzuschwächen, gerade dort, wo sie "nicht viel" sagt, um der breiten Masse zu gefallen. Wir werden immer mehr versucht werden, klare Aussagen für unklar zu erklären. Wir werden versucht sein, klare Aussagen der Schrift für nicht so gemeint, für zeitbedingt zu erklären, um Anschuldigungen der Diskriminierung anders Denkender aus dem Weg zu gehen. Wir werden versucht sein, apostolische Aussagen wie "ich erlaube nicht", in ein "es ist gestattet" oder gar ein "ich ermutige euch dazu" umzuwandeln.
Man wird uns sagen, wir dürften alles glauben, solange wir es für uns behalten. Und zwar werden diese Stimmen nicht nur aus der "Welt" kommen, sondern auch aus der Gemeinde Christi.
Die göttliche Vollbremse
Vielleicht aber entwickelt sich unsere Gesellschaft nicht weiter wie bisher, sondern der Herr schenkt einmal mehr eine göttliche Vollbremse wie zur Zeit Martin Luthers! Wer hätte gedacht, dass in einer Zeit religiöser und weltlicher Verderbnis, Gleichgültigkeit und Unmoral auf einmal das göttliche ABS-System (Allein die Schrift, allein Christus, allein die Gnade, allein der Glaube) die tödliche Talfahrt aufhält? Wohl am wenigsten ein unbedeutender, deutscher Augustiner-Mönch der in seiner Klosterzelle mit der Erkenntnis seiner abgrundtiefen Verdorbenheit, mit der Heiligkeit Gottes und der Frage der Erwählung zu kämpfen hatte.
Hoffnung statt Resignation
Wir leben in der Endzeit! Es war nie so schlimm wie heute! Es ist fünf vor Zwölf! Die ganze Welt spielt verrückt! Mag sein, mag aber auch nicht sein. Doch ist unser Gott deswegen kleiner geworden? Ist er deswegen weiter weg als zur Zeit des Paulus, der gesteinigt wurde, weil er eine "neue Religion" in der okkulten Hochburg Ephesus einführen wollte, die für die alte Religosität gefährlich werden konnte? Nein. Jesus Christus ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit. Endzeit hin oder her. Doch wir haben nur eine Grundlage, eine Erkenntnisquelle, eine Waffe. Und die sollten wir in all ihren Teilen und Aussagen im Leben und im Glauben ernst nehmen und uns davor hüten, lässig mit ihr umzugehen. Allein die Schrift war die Grundlage der Reformation und aller weiterer geistlicher Aufbrüche in allen Jahrhunderten. Eine Abkehr von diesem Grundsatz, oder eine Aufweichung dieses Grundsatzes wird unweigerlich Folgen haben auf den geistlichen Zustand der Kirche Jesu der nächsten Generationen. Darum, lasst uns mit viel Demut, Jesusliebe und Liebe zu unseren Nächsten daran festhalten, dass allein die Schrift der Massstab unseres Glaubens und Lebens ist. Auch dort, wo sie "nicht viel" sagt. Der Herr ist treu.
Samstag, Oktober 07, 2006
Ich war in "Entenhausen"!

Vor ein paar Tagen habe ich mich auf den Weg nach "Entenhausen" gemacht, um einem grossen Comiczeichner bei seiner Arbeit über die Schulter zu schauen. Geduldig fragte der Amerikaner Don Rosa jedes Kind und jeden Erwachsenen, was es denn sein dürfe und erledigte die Aufträge per sofort. Ich war Nummer 11 und so kam es, dass ich nach einer Stunde an der Reihe war. Das Warten war nicht mühsam, abgesehen von der Hitze. Nein, im Gegenteil konnten wir gespannt zusehen, wie Mitglieder der Familie Duck vor unseren Augen entstanden.
"Einen fröhlichen Donald", bat ich ihn dann und so machte er sich sofort ans Werk. Auf die Innenseite des frisch erworbenen gebundenen Dagobert-Duck-Buches des gleichnamigen Künstlers entstand mit schwungvollen Strichen dieser Enterich! Zum Schluss gaben wir uns noch die Hände, Don und ich.
Seither ist dieses Buch mein ganzer Stolz und ich zeige es jeden Tag meinen Kindern und meiner Frau. Abends, vor dem Schlafengehen, öffne ich nochmals das Cover und werfe einen letzten Blick auf das Kunstwerk. Im Bild ist Don Rosa zu sehen, wie er gerade Dagobert Duck in jungen Jahren zeichnet.